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VERANTWORTUNGSEIGENTUM

Verantwortungseigentum ist eine Alternative zu herkömmlichen Eigentumsformen und Shareholder-Value-Strukturen. Es stellt sicher, dass Unternehmen ihren Zweck in den Fokus stellen – und nicht kurzfristiges Profitstreben. Dies wird langfristig durch zwei Prinzipien rechtsverbindlich verankert:

SELBSTBESTIMMUNG

Das Unternehmen kann nicht zum Spekulationsgut werden, die Stimmrechte liegen stets bei Unternehmer:innen, die mit dem Unternehmen und dessen Mission direkt verbunden sind: Treuhänder bzw. Stewards, keine Fremd-Eigentümer.

PURPOSE-ORIENTIERUNG

Gewinne sind Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Der im Unternehmen geschaffene Wert kann nicht zum persönlichen Nutzen von den Eigentümer:innen entnommen werden. Gewinne werden reinvestiert, zur Deckung von Kapitalkosten verwendet oder gespendet.

BEWÄHRTES UND INNOVATIVES MODELL

Verantwortungseigentum bringt Start-ups, mittelständische Unternehmen und große Konzerne zusammen. Es verbindet modernes mit traditionellem Unternehmertum, ökonomische Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit.

Verantwortungseigentum ist ein bewährtes Eigentumsmodell, das seit vielen Jahrzehnten gelebt wird und von Unternehmen wie Zeiss (Deutschland), Novo Nordisk (Dänemark), Patagonia (USA), Bosch (Deutschland), Signal (USA), BuurtzorgT (Niederlande), Carlsberg (Dänemark) und vielen anderen umgesetzt wurde. Zugleich ist Verantwortungseigentum auch eine innovative Alternative zu herkömmlichen Eigentumsformen. Es ermöglicht Start-ups, ihre Purpose-Orientierung rechtlich abzusichern, und mittelständischen Unternehmen sowie Hidden Champions, wirtschaftlich nachhaltige Strukturen aufzubauen, in denen Nachfolger:innen unabhängig von Familienzugehörigkeit oder finanzieller Situation Verantwortungseigentümer:in eines Unternehmens werden können. Auch Großkonzernen und marktführenden Unternehmen ermöglicht Verantwortungseigentum zukunftsfähige und zum Unternehmen passende Strukturen aufzubauen.

Verantwortungseigentum hat das Potenzial dazu beizutragen, die Wirtschaft fürs 21. Jahrhundert fit zu machen.

Verantwortungseigentum adressiert nicht das Verhalten von Unternehmen an der Oberfläche, sondern setzt tiefer am eigentlichen Kern und der DNA des Unternehmens an: den Eigentumsverhältnissen. Indem grundlegende und strukturelle systemische Mängel angegangen werden, können Anreize und Ziele, die maßgeblich für Entscheidungen sind, neu definiert werden. Verantwortungseigentum (re)priorisiert den Zweck und die Aufgabe des Unternehmens gegenüber dem Interesse an kurzfristiger Gewinnmaximierung und sichert so die Unabhängigkeit des Unternehmens auf lange Sicht.

VERANTWORTUNGSEIGENTUM UMSETZEN

Bis heute ist der Weg zu Verantwortungseigentum steinig und voller Hindernisse. Dennoch haben viele Vorreiter:innen Möglichkeiten gefunden, die Vermögensbindung und Selbstbestimmung rechtsverbindlich umzusetzen. Sie nutzen zum Beispiel Trusts oder Stiftungen. Aber für viele Start-ups und Mittelstand ist das aufgrund hoher Kosten und des großen Aufwands keine Option.

Mit unserer Arbeit bei PURPOSE wollen wir die Hindernisse abbauen und Verantwortungseigentum leichter zugänglich machen. Als Gruppe von Organisationen stellt PURPOSE Wissen und Materialien sowie Beratung und Investments zur Verfügung, die es braucht, um das Potential von Verantwortungseigentum bzw. Steward-Ownership Eigentumsform fürs 21. Jahrhundert zu heben.

  • NON PROFIT

    Wir schaffen Bewusstsein für das Potential von Verantwortungseigentum durch Forschung und öffentliche Bildungsarbeit. Unsere Open-Source Materialien helfen Unternehmen ganz konkret bei der Umsetzung.
  • SUPPORT

    Wir bieten praktische Unterstützung bei der Entwicklung von Rechts-, Finanzierungs- und Governance-Lösungen, welche die besondere Vergangenheit, Branche und Zukunft jedes Unternehmens berücksichtigen
  • INVESTMENT

    Unsere Finanzierungslösungen wahren die Balance zwischen den Bedürfnissen der Unternehmen und Investor*innen und helfen jungen sowie erfahrenen Unternehmen zu gesunden Bedingungen zu wachsen.

UMSETZUNGSFORMEN

Doppelstiftungsmodell
Ein Standardmodell, das Geld und Macht rechtlich voneinander trennt: Eine Einrichtung hält die Kontrollrechte, wobei ihre Manager als Treuhänder- bzw. Verantwortungseigentümer:innen des Unternehmens fungieren. Eine andere, gemeinnützige Organisation hält die wirtschaftlichen Rechte und die Kapitalanteile des Unternehmens. Beispiele: Bosch (Deutschland), Patagonia (USA), Globus (Deutschland).

Einzelstiftungsmodell

Ein weiteres klassisches Modell, in dem alle Stimm- und Gewinnrechte eines Unternehmens von einer sich selbst verwaltenden gemeinnützigen Stiftung gehalten werden. Sie fungiert als Anteilseignerin und Hüterin der Eigentumsstruktur und ihrer Grundsätze. Beispiele: Novo Nordisk (Dänemark), Zeiss (Deutschland), Carlsberg (Dänemark), Märkisches Landbrot (Deutschland), Elobau (Deutschland).

Veto-Anteils-Modell
Bei diesem Modell werden die beiden Prinzipien von Verantwortungseigentum in die Satzung des Unternehmens aufgenommen. Die Gesellschafter:innen des Unternehmens besitzen 99 % der Stimmrechte, aber keine Gewinnrechte. 1 % der Stimmrechte, die sogenannte „Veto-Anteil“ oder „Golden Share“, wird von einer unabhängigen, gemeinnützigen Einrichtung gehalten. Sie hat das Recht, ein Veto gegen alle Satzungsänderungen oder Entscheidungen einzulegen, die die Grundsätze von Verantwortungseigentum berühren. Die Gewinnrechte verbleiben im Unternehmen oder können an Investor- oder Gründer:innen abgegeben werden – allerdings nur in begrenztem Umfang. Beispiele: Ecosia (Deutschland), Sharetribe (Finnland), Wildplastic (Deutschland).

Perpetual Purpose Trust
In den USA ist der sogenannte Perpetual Purpose Trust (PPT) ein gängiges Modell für die Einrichtung von Verantwortungseigentum bzw. Steward-Ownership. Ein PPT wird zu Gunsten eines Zwecks und nicht einer Person gegründet und kann auf unbestimmte Zeit bestehen. Der PPT hält die Anteile des Unternehmens. Die Treuhänder:innen bzw. Stewards (also die Verantwortungseigentümer:innen) kontrollieren den PPT, können aber nicht das Vermögen oder die Gewinne des Unternehmens entnehmen. Beispiele: Organically Grown Company (US), Firebrand Artisan Breads (US).

Employee Ownership Trust
Bei diesem vor allem im Vereinigten Königreich verbreiteten Modell werden die Stimmrechte des Unternehmens von einem sogenannten Employee Ownership Trust gehalten. Auf diese Weise wird das Unternehmen indirekt von seinen Mitarbeiter:innen kontrolliert. Wenn diese gleichzeitig nur einen begrenzten Zugang zu Dividenden haben, entspricht auch dies den Grundsätzen von Steward-Ownership/Verantwortungseigentum. Beispiele: John Lewis Partnership (UK).